Ausbildungsblog Hamburg: Ausbildung & Studium in der Allgemeinen Verwaltung header image 1www.hamburg.de zurück zur Startseite

Anfang und Ende reichen sich die Hände

Mittwoch, 23. März 2016 um 13:05 von Kevin Peters · Kategorie: Auszubildende, Erfahrungen aus der Praxis

Getreu dem Titel (altes Sprich­wort) ist der heu­ti­ge Tag für mich ein Anfang, aber auch ein Ende. Natür­lich nicht ganz das Ende, aber doch das Ende eines Lebens­ab­schnitts.

Klingt im ers­ten Moment jetzt sehr dra­ma­tisch, aber eigent­lich geht es nur um das Ende mei­ner Aus­bil­dung und damit den Start in das Berufs­le­ben. Denn ein Ende kann auch ein neu­er Anfang sein. Mit dem Able­gen der münd­li­chen Prü­fung und dem Bestehen eben jener am gest­ri­gen Tag, bin ich ab heu­te kein Azu­bi mehr.

Auf Grund der direk­ten Über­nah­me, ist der heu­ti­ge Tag, dann auch gleich wie­der ein neu­er Anfang. Denn heu­te begin­ne ich mei­ne neue Tätig­keit als fest­an­ge­stell­ter Ver­wal­tungs­fach­an­ge­stell­ter. Der Witz an der gan­zen Sache ist, in dem Büro wo ich jetzt sit­ze, sit­ze ich nicht zum ers­ten Mal. Wer alle mei­ne Bei­trä­ge ver­folgt hat, der hat viel­leicht noch in vager Erin­ne­rung, dass ich 2014 in der Ver­wal­tung der Schul­auf­sicht als Azu­bi war. Heu­te tre­te ich dann die Stel­le von einem Kol­le­gen an, der mich damals mit aus­ge­bil­det hat. Das ist mal ein Per­spek­tiv­wech­sel…

Mei­ne Über­nah­me­tä­tig­keit ist also die Ver­wal­tung der regio­na­len Schul­auf­sicht für den Bezirk Ham­burg-Mit­te. Wenn ihr also noch Schü­ler seid und eine Schu­le in die­sem Bezirk besucht, über­legt euch lie­ber zwei mal, bevor ihr was anstellt. Ein klei­ner Spaß am Ran­de, aber sol­che Fäl­le wür­den dann wirk­lich über mei­nen Tisch lau­fen. Alles vom Schul­wech­sel, über Wie­der­ho­lun­gen, Zurück­stel­lun­gen vom Schul­be­such, Ein­schu­lun­gen, Ord­nungs­maß­nah­men und vie­les ande­re ist mei­ne zukünf­ti­ge Arbeit und ich freue mich schon.

Ein­ge­ar­bei­tet bin ich ja qua­si schon ganz gut, weil ich hier schon zur Aus­bil­dung war und auch öfter als Hil­fe bei Arbeits­spit­zen tätig war. Dem­entspre­chend kenn ich auch schon das Team und die Arbeits­ab­läu­fe etc. Da soll­te das mit dem Ein­le­ben in der Abtei­lung nicht so schwie­rig sein.

Was aber für euch beson­ders inter­es­sant ist, ist wahr­schein­lich die münd­li­che Prü­fung. Wobei es dazu eigent­lich gar nicht so viel zu erzäh­len gibt. Es gibt eine Prü­fungs­kom­mis­si­on bestehend aus einem Ver­tre­ter der Ver­wal­tungs­schu­le, einem Arbeit­ge­ber­ver­tre­ter, einem Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter und einem Per­so­nal­rats­mit­glied. Es wird einem zunächst der Ablauf der Prü­fung erklärt (Vor­be­rei­tungs­zeit -> Rol­len­spiel -> Bera­tung der Kom­mis­si­on -> Mit­tei­lung des Ergeb­nis­ses), dann wird man in den Vor­be­rei­tungs­raum gebe­ten, wo man sich 25 Minu­ten mit der Prü­fungs­auf­ga­be aus­ein­an­der setzt. Da die Prü­fungs­auf­ga­ben aus dem letz­ten Pra­xis­ab­schnitt stam­men, kann ich da natür­lich wenig pau­schal zu sagen, dafür sind die Fäl­le zu unter­schied­lich.

In mei­nem Fall war es ein Kun­de der sich zu einer Bewer­bung für den Aus­lands­schul­dienst infor­mie­ren woll­te. Ein Mit­glied der Prü­fungs­kom­mis­si­on spielt dann den Kun­den und die Nach­wuchs­kraft ist die Sach­be­ar­bei­tung, dabei soll sowohl fach­li­ches Wis­sen, als auch Kun­den­ori­en­tie­rung geprüft wer­den. Da Kun­den­ori­en­tie­rung in der Stadt Ham­burg einen sehr hohen Stel­len­wert hat, ist es sogar pro­zen­tu­al stär­ker bewer­tet, als der fach­li­che Inhalt (60%/40%). Ein Mit­glied der Prü­fungs­kom­mis­si­on hat mir also Fra­gen zu sei­ner Bewer­bung gestellt, die ich als Sach­be­ar­bei­ter dann natür­lich beant­wor­ten muss­te. Dabei sind das natür­lich kei­ne super ein­fa­chen Fäl­le, son­dern es gibt ein paar Tücken, die es zu ent­de­cken gilt. Bei mir war es bei­spiels­wei­se der Fall, dass nicht alle Vor­aus­set­zun­gen, die in der recht­li­chen Grund­la­ge fest­ge­legt waren, auch erfüllt wur­den. Der Bewer­ber war zu alt, hat­te nicht die rich­ti­gen Fächer stu­diert und so in der Art kann dann ein Gespräch ablau­fen.

Wich­tig ist dabei natür­lich, dass man freund­lich zu dem Kun­den ist und auf die Bedürf­nis­se ein­geht. Fach­lich rich­tig wäre es zum Bei­spiel gewe­sen, wenn ich gesagt hät­te, er ist zu alt, die Bewer­bung wird abge­lehnt und dann hät­te ich das Gespräch been­den kön­nen. Inhalt­lich wäre das kor­rekt, ent­spricht aber nicht einer guten Bera­tung. Statt­des­sen habe ich dem Bewer­ber erläu­tert war­um es zum Bei­spiel die­se Alters­be­schrän­kung gibt, habe ihn dem­entspre­chend bera­ten, dass er sich auf eine ande­re Stel­le bewirbt, bei der die Alters­be­schrän­kung erfüllt wird (die Bewer­bung muss für eine Stel­le sein, die vor dem 61. Geburts­tag beginnt und sei­ne Bewer­bung war für eine Stel­le die 14 Tage, nach sei­nem Geburts­tag beginnt). Es geht also auch dar­um even­tu­ell Kom­pro­miss­lö­sun­gen zu fin­den, Akzep­tanz für die Ent­schei­dun­gen der Behör­de zu schaf­fen und den Kun­den mög­lichst umfas­send zu bera­ten.

Auch ein Hin­weis für euch, falls ihr über­zeugt seid von der Stadt Ham­burg. Gewöhnt euch nie den Satz “Dafür bin ich nicht zustän­dig.” an. Er ist zwar ein­fach, mag inhalt­lich stim­men, aber zeugt nicht von guter Kun­den­ori­en­tie­rung. Kaum einen Tag aus der Aus­bil­dung und schon schwin­ge ich hier die gro­ßen Reden … aber genau sol­che Aspek­te sind zen­tra­le The­men der Aus­bil­dung.

Das Gespräch ver­lief auf jeden Fall gut und dann benö­tigt die Kom­mis­si­on erst ein­mal eini­ge Zeit zur Bera­tung und Pro­to­kol­lie­rung, bevor einem dann gleich das Ergeb­nis mit­ge­teilt wird. Wie ich bereits vor­weg genom­men habe, habe ich natür­lich bestan­den und kann damit nun mei­ner Tätig­keit nach­ge­hen.

Das wäre dann wahr­schein­lich auch mein vor­erst letz­ter Bei­trag hier im Aus­bil­dungs­blog, denn Azu­bi bin ich ja nun nicht mehr. Aber ich hof­fe doch, der ein oder ande­re von euch inter­es­siert sich für eine Ausbildung(Angestelltenlaufbahn o. Beam­ten­lauf­bahn) oder auch das Stu­di­um (Beam­ten­lauf­bahn). Ich hof­fe ihr fan­det mei­ne Bei­trä­ge inter­es­sant und konn­tet einen klei­nen Blick in die Ver­wal­tung erha­schen.

Lie­be Grü­ße

Kevin

Dies ist nicht das Ende. Es ist nicht ein­mal der Anfang vom Ende. Aber es ist, viel­leicht, das Ende des Anfangs.

Winston Chur­chill

 

Und bei Fra­gen, wie immer ger­ne als Kom­men­tar hin­ter­las­sen, ich schaue hier auch wei­ter­hin noch rein. 🙂

 

 

 

Kein Kommentar bisher

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden zum kommentieren